Liste von Erkrankungen im Biofeedback/Neurofeedback (Anwendungen) und Niveau der Wirksamkeit
Untenstehende Übersicht zu den Anwendungsbereichen wurde von der Association for Applied Psyschophysiology and Biofeedback (AAPB) und der Society for Neuronal Regulation basierend auf den Richtlinien zur Evaluation der klinischen Wirksamkeit von psychophysiologischen Interventionen herausgegeben. (Moss, Gunkelman, 2002):
Wirksamkeit und Spezifik (Niveau Fünf):
1. Urin-Inkontinenz in Frauen
Wirksamkeit (Niveau Vier):
1. Unruhe
2. Aufmerksamkeitsdefizit
3. Chronischen Schmerzen
4. Verstopfung
5. Epilepsie
6. Kopfschmerzen- Erwachsene – Spannungskopfschmerzen/Migräne/mixed
7. Erhöhter Blutdruck
8. Reisekrankheit
9. Raynaud-Syndrom
10. Temperomandibulair Erkrankungen
11. Urin-Inkontinenz in Männer
Wahrscheinliche Wirksamkeit (Niveau Drei):
1. Alkoholismus/Substanz Missbrauch
2. Arthritis
3. Diabetes Mellitus
4. Fäkale Inkontinenz Kinder
5. Fäkale Inkontinenz Erwachsenen
6. Kopfschmerze- Pädiatrische Migräne
7. Schlaflosigkeit
8. Urin-Inkontinenz in Männer
9. Traumatic Brain Inury
10. Vulvar vestibulitis/Vulvodynie
Mögliche Wirksamkeit (Niveau Zwei):
1. Asthma
2. Autismus
3. Bell's Palsy
4. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung
5. Coronary artery disease
6. Cystic fibrose
7. Depressiven Störungen
8. Erectile dysfunction
9. Fibromyalgia
10. Fußgeschwüre
11. Hand Dystonie
12. Reizdarmsyndrom
13. Beatmung
14. Posttraumatische Belastungsstörung
15. Repetative Strain Injury Syndrom
16. Schlaganfall
17. Tinnitus
18. Urin Inkontinenz in Kinder
Nicht empirisch bewiesen (Erste Niveau)
1. Essstörung
2. Multiple Sklerose
3. Rückenmarksverletzung
Entnommen aus: “Evidenced-Based Practice in Biofeedback and Neurofeedback”. Carolyn Yucha Ph.D.; Doil Montgomery, Ph. D. American Association of applied psychophysiology & biofeedback (AAPB; www.aapb.org)
Erklärung zu den Efficacy LevelsObige Übersicht zu den Anwendungsbereichen wurde von der Association for Applied Psyschophysiology and Biofeedback (AAPB) und der Society for Neuronal Regulation basierend auf den Richtlinien zur Evaluation der klinischen Wirksamkeit von psychophysiologischen Interventionen herausgegeben. (Moss, Gunkelman, 2002):
Level 1: Nicht empirisch bewiesen
Nur durch Einzelberichte und/oder Fallstudien in Beiträgen ohne peer-review belegt. Nicht empirisch untermauert.
Level 2: Mögliche Wirksamkeit
Zumindest eine Studie mit ausreichender statistischer Power und gut dokumentierten Auswertungsmethoden jedoch ohne randomisierte Zuweisung der Teilnehmer zu einer Versuchs- bzw. Kontrollgruppe.
Level 3: Wahrscheinliche Wirksamkeit
Mehrfach kontrollierte Studien, klinische Studien, Wartelisten-Studien, darunter inter- und intraindividuelle Wiederholungsmessungen, die auf die Wirksamkeit der Behandlungsmethode hindeuten.
Level 4: Wirksamkeit
a. Studien mit Versuchs-/Kontrollgruppen-Design, Gruppendesign mit alternativer Behandlungsmethode, Placebo-Gruppen-Design mit randomisierter Zuweisung; es wird eine statistisch bedeutsam höhere Wirksamkeit der untersuchten Behandlungsmethode in der Versuchsgruppe berichtet oder die Wirksamkeit der untersuchten Behandlungsmethode ist jener einer Behandlungsmethode, deren Wirksamkeit bereits belegt ist, statistisch betrachtet gleichzusetzen und
b. die Studien wurden an einer Population durchgeführt, die aufgrund einer spezifischen gesundheitlichen Beeinträchtigung behandelt wurde, deren Einschlusskriterien präzise definiert und operationalisiert wurden, und
c. in der Studie wurden valide und klar definierte Auswertekriterien herangezogen, die die Beeinträchtigung bestmöglich beschreiben, und
d. die Daten wurden einer angemessenen Datenanalyse unterzogen und
e. die relevanten Variablen und das Studiendesign wurden präzise formuliert und zugänglich gemacht, sodass eine Replikation der Studie durch unabhängige Forscher möglich ist, und
f. die Überlegenheit bzw. Gleichwertigkeit der untersuchten Behandlungsmethode konnte in zumindest zwei unabhängigen Untersuchungen gezeigt werden.
Level 5: Wirksamkeit und Spezifik
Sämtliche Level-4-Kriterien sind erfüllt. Zusätzlich wird eine statistisch bedeutsam höhere Wirksamkeit der untersuchten Behandlungsmethode gegenüber Placebo-Effekten, Medikamenten und alternativ-medizinischen Behandlungsmethoden in zumindest zwei unabhängigen Untersuchungen berichtet.
Beachten Sie, dass eine niedrige Wirksamkeitsstufe nicht zwangsläufig bedeutet, dass die Anwendung keinen Behandlungserfolg erwarten lässt. In einigen Fällen fehlen bislang relevante Forschungsbelege für oder gegen die Wirksamkeit der Behandlungsmethode. In anderen Fällen sind die interindividuellen Einflussfaktoren vielfältig, sodass die Behandlung nicht bei allen Personen die gewünschte Wirksamkeit zeigt. Bei Gruppenvergleichen erreichen diese selektiven Behandlungserfolge schließlich keine statistische Signifikanz. Bei Unverträglichkeit oder Abneigung einer Person gegen die Einnahme bestimmter Medikamente können auch Behandlungsmethoden auf Level 2 eine angemessene und vernünftige Alternative darstellen.

